Unspielbarer Ball: Was die Regeln wirklich sagen

Ein Golfball liegt tief im dichten Rough unter überhängenden Baumzweigen, während ein Spieler sich hinkniet, um die Lage im weichen Nachmittagslicht zu begutachten.

Die Fernsehkommentatoren griffen in dieser Saison immer wieder zu einer vertrauten Formulierung, wenn der Ball eines Tourprofis tief im Wald oder direkt am Rand eines Hindernisses landete: "er wird den Ball wohl als unspielbar erklären müssen." Das klingt einfach genug, aber die Entscheidung dahinter und die Optionen, die daraus folgen, werden von einem der am meisten missverstandenen Teile des Regelbuchs bestimmt. Für Klubgolfer, die zu Hause zuschauen, ist es ein guter Moment, sich noch einmal genau anzuschauen, was es wirklich bedeutet, einen Ball für unspielbar zu erklären, und wie man das zu seinem Vorteil nutzt statt es nur als letzten Notausgang in Panikmomenten zu betrachten.

Was wir aus den Übertragungen wissen

In den letzten Turnierwochen wurden mehrere Spieler dabei gezeigt, wie sie einen Ball beurteilten, der tief in einem Busch vergraben war, gegen eine Baumwurzel klemmte oder an einer Stelle lag, wo jeder Stand gefährlich oder unmöglich gewesen wäre. In jedem Fall blendete die Grafik der Übertragung "unspielbarer Ball, ein Strafschlag" ein, bevor der Spieler droppte und weiterspielte. Was die Kameras selten im Detail erklären, ist, dass der Spieler selbst, nicht ein Regelrichter, diese Entscheidung trifft, und dass es mehr als eine Möglichkeit gibt, die Erleichterung in Anspruch zu nehmen. Das ist der Teil, den es sich lohnt genauer zu betrachten.

Die Grundidee hinter Regel 19

Anders als bei den meisten Erleichterungssituationen im Golf, bei denen die Regeln vorschreiben, wann du Anspruch auf einen straflosen Drop hast, ist Rettungsoption: Dein Ball ist unspielbar ungewöhnlich, weil sie die Entscheidung vollständig in die Hände des Spielers legt. Überall auf dem Platz außer in einem Bunker oder einer Penalty Area darfst du deinen eigenen Ball aus jedem beliebigen Grund für unspielbar erklären. Es spielt keine Rolle, ob die Lage tatsächlich unmöglich ist oder du dir einfach nicht zutraust, den Ball voranzubringen. Du brauchst keine schlechte Lage, um davon Gebrauch zu machen, und die Meinung von anderen zählt nicht.

Der Preis dafür ist ein Strafschlag, danach wählst du zwischen drei Erleichterungsoptionen:

  1. Schlag-und-Distanzverlust: kehre zu der Stelle zurück, von der aus du deinen vorherigen Schlag gespielt hast, und spiele erneut, wobei der zusätzliche Schlag zählt.
  2. Rückwärtige Verlängerungslinie: dropp einen Ball irgendwo auf einer Linie, die vom Loch aus gerade rückwärts durch die Stelle verläuft, an der dein Ball lag, ohne Begrenzung, wie weit du zurückgehst.
  3. Seitliche Erleichterung: dropp innerhalb von zwei Schlägerlängen von der Stelle, an der der Ball lag, nicht näher zum Loch.

Diese Flexibilität macht die Regel so nützlich. Ein Spieler, dessen Ball unter einer Hecke feststeckt, muss ihn nicht seitlich herausschlagen und hoffen; er kann auf eine spielbare Linie zurücktreten und einen sauberen Schlag ausführen, alles für den Preis eines einzigen Schlages.

Bunker bringen eine Besonderheit mit sich

Wenn dein unspielbarer Ball in einem Bunker liegt, gelten dieselben drei Optionen, aber zwei davon haben einen Haken: Sowohl die Option Schlag-und-Distanzverlust als auch die Option der rückwärtigen Verlängerungslinie erfordern, dass du innerhalb des Bunkers droppst, wenn du bei der üblichen Strafe von einem Schlag bleiben willst. Seit 2019 gibt es außerdem eine vierte Wahlmöglichkeit für einen im Bunker unspielbaren Ball: Erleichterung außerhalb des Bunkers auf der rückwärtigen Verlängerungslinie, allerdings für zwei Strafschläge statt einem. Das ist ein teurer zusätzlicher Schlag, aber manchmal lohnt er sich, wenn die Bunkerlage wirklich aussichtslos ist und es keine Möglichkeit gibt, sicher aus dem Sand herauszukommen. Diese Unterscheidung bringt viele Klubspieler durcheinander, die davon ausgehen, dass die Bunker-Erleichterung immer der Erleichterung an anderen Stellen des Platzes entspricht.

Warum sich das von straflosen Erleichterungssituationen unterscheidet

Es hilft, Regel 19 den straflosen Erleichterungsregeln gegenüberzustellen, die an anderer Stelle im Regelbuch behandelt werden. Wenn dein Ball von zeitweiligem Wasser oder einem unbeweglichen Hemmnis betroffen ist oder in seinem eigenen Einschlagloch im Gelände eingebettet ist, hast du unter Umständen Anspruch auf straflose Erleichterung gemäß Straflose Erleichterung: Pfützen, Hemmnisse und eingebetteter Ball. Diese Regel hat bestimmte Bedingungen, die erfüllt sein müssen. Regel 19 hingegen erfordert keinerlei Bedingung außer deiner eigenen Einschätzung. Die beiden Regeln werden oft verwechselt, weil bei beiden ein Ball gedroppt wird, aber die eine ist ein Recht, das durch Platzverhältnisse ausgelöst wird, und die andere ist eine persönliche Entscheidung, die immer einen Strafschlag kostet.

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Quellen

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